Ist Investieren für Familien denn geeignet? Und was genau hat es mit dem Cornèr Fondsaufbau, den Clanq jetzt neu anbietet, auf sich? Wir haben mit einem gesprochen, der es wissen muss: Sascha Kever, CIO der Cornèr Bank, erklärt uns, warum man beim Investieren keine Angst vor Marktschwankungen haben muss, warum der Faktor Zeit dein wertvollster Verbündeter ist und wie du mit monatlichen Beträgen den Grundstein für die finanzielle Freiheit deines Kindes legst.

As Chief Investment Officer (CIO), Sascha Kever oversees the development and implementation of Cornèr Bank’s investment strategy.

Als Chief Investment Officer (CIO) leitet Sascha Kever die Entwicklung und Umsetzung der Investitionsvision der Cornèr Bank.

Clanq: Wir erleben gerade, dass alles teurer wird. Wie können wir sicherstellen, dass das Ersparte unserer Kinder in 10 oder 20 Jahren noch denselben Wert hat wie heute?

 

Sascha Kever: Die Inflation – also die Dynamik steigender Preise – reduziert langsam die Kaufkraft. Mit 100 Franken kann man heute nicht mehr die gleiche Menge an Lebensmitteln kaufen wie noch vor 20 Jahren. Seit über einem Jahrzehnt sind die Zinssätze in der Schweiz bis nahe an die Nullgrenze gesunken und waren zeitweise sogar negativ. Dies bringt einen erheblichen Nachteil für all jene mit sich, die ihr Geld auf einem Sparkonto liegen haben. Es ist daher besonders sinnvoll, das Geld in Realwerte, wie Aktien, zu investieren. Diese bieten zwar keinen perfekten, aber dennoch einen wirksamen indirekten Schutz gegen die Inflation und sind somit ein wesentlicher Baustein für eine langfristige Zukunftsplanung.

Clanq: Viele Eltern haben Respekt vor den Schwankungen an der Börse. Wie sollten Eltern mit den typischen Aufs und Abs der Wirtschaft umgehen?

 

Sascha Kever: Märkte verlaufen in Zyklen – es geht nie in einer geraden Linie nur nach oben. Investieren bedeutet immer auch, vorübergehende Kursschwankungen auszuhalten. Wichtig ist: Die Vergangenheit ist nie eine Garantie für die Zukunft. Aber die Geschichte zeigt uns: Wer langfristig investiert, gewinnt in der Regel.

Bei einem Anlagehorizont von mindestens 5 bis 7 Jahren gleichen sich diese Zyklen historisch gesehen aus. Da Eltern bei einem Sparplan für ihre Kinder meist 10 oder sogar 18 Jahre Zeit haben, ist diese Bedingung erfüllt. Zeit ist der entscheidende Faktor, der das Risiko bändigt.

Clanq: Viele warten auf den «perfekten Moment», um an der Börse einzusteigen – etwa wenn die Kurse gerade niedrig sind. Keine gute Idee?

 

Sascha Kever: Der beste Zeitpunkt ist so früh wie möglich. Da sich Marktbewegungen nicht vorhersagen lassen, führt das Warten – etwa auf die nächste Korrektur – oft dazu, dass man den wertvollen Zeiteffekt verpasst. Gerade die Dauer der Investition ist tendenziell der wichtigste Faktor für Rendite und Performance: Je länger der Anlagezeitraum ist, desto eher profitiert man von einem attraktiven Durchschnittskurs, wodurch das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts minimiert wird.

Clanq: Welche Anlage ist für die Zukunft der Kinder die bessere Wahl, eine Einzel-Aktie oder ein Fonds?

 

Sascha Kever: Ein Fonds enthält eine Vielzahl verschiedener Wertpapiere und reduziert dadurch das Risiko erheblich. Man ist nicht von der Entwicklung einer einzelnen Aktie oder einer kleinen Gruppe von Titeln abhängig, sondern profitiert von der Entwicklung eines gesamten Marktes. Für einen Sparplan ist dies ideal, da man die Märkte nicht ständig selbst überwachen muss.

Man könnte zwar meinen, dass die Investition in ein einzelnes, heute solides Unternehmen eine langfristige Garantie bietet. Die Börsenentwicklung zeigt jedoch, dass viele Börsenführer vom Beginn dieses Jahrhunderts heute kaum noch eine Rolle spielen. Gleichzeitig entstehen ständig neue Branchen und Unternehmen, die schnell wachsen. Mit einem Fonds ist man automatisch breit aufgestellt und nimmt an diesen neuen Entwicklungen teil.

Clanq: Der Cornèr Fondsaufbau ist aktiv verwaltet. Was bedeutet das?

 

Sascha Kever: Es gibt aktive und passive Fonds. Letztere versuchen, den Markt, in den sie investieren, eins zu eins abzubilden, indem sie die Wertentwicklung eines bestimmten Index nachbilden.

Ein aktiv verwalteter Fonds hingegen strebt danach, eine Rendite zu erzielen, die über der des Referenzmarktes liegt. Dies geschieht durch gezielte Entscheidungen des Fondsmanagements, das durch Marktanalysen und die spezifische Auswahl einzelner Aktien Schwerpunkte setzt. Aufgrund dieses aktiven Selektionsaufwands und der kontinuierlichen Marktanalyse sind aktiv verwaltete Fonds in der Regel mit etwas höheren Kosten verbunden. Dafür kann man aber von einer höheren Rendite ausgehen.

Clanq: Der Cornèr Fondsaufbau bietet zwei Risikoprofile, Swiss Dynamic und Global Dynamic. Was ist der Unterschied?

 

Sascha Kever: Die beiden Fonds unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre regionalen Schwerpunkte und ihre spezifischen Anlagephilosophien. Der CB-Accent Lux Swiss Equity konzentriert sich ganz auf den Schweizer Markt. Das Ziel dieses Fonds ist es, gezielt in Aktien einheimischer Unternehmen zu investieren, wobei die Auswahl auf Fundamentalanalyse basiert. Es geht also vor allem darum, die wirtschaftliche Substanz und die Kennzahlen der Schweizer Firmen genau zu prüfen, um die attraktivsten Titel für das Portfolio zu finden.

Im Gegensatz dazu verfolgt der CB-Accent Lux AcrossGen Global Equity Fund einen weltweiten Ansatz mit einer ganz besonderen Strategie. Wie der Name «Across Generation» schon andeutet, investiert dieser Fonds global in Unternehmen, die sich massgeblich im Besitz der Gründerfamilien befinden und oft über Generationen hinweg geführt werden. Solche Familienunternehmen zeichnen sich meist durch ihre langjährige Erfahrung, eine gemeinsame Entscheidungskultur und enge Vertrauensverhältnisse aus.

Clanq: Wie unterscheiden sich die beiden Fonds beim Thema Risiko und Kursschwankungen?

 

Sascha Kever: Der Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich in der Regel durch eine geringere Volatilität und eine besondere Resilienz aus. Gleichzeitig führt die Struktur der Schweizer Wirtschaft dazu, dass der Markt eine geringere Gewichtung in den Bereichen Technologie und Wachstumswerte aufweist, weshalb das Schweizer Produkt tendenziell als weniger risikobehaftet gilt.

Der globale Fonds hingegen bietet eine breitere sektorale und währungsspezifische Diversifikation, da er eine vielseitigere Wirtschaft abbildet. Das Management arbeitet hier mit einer aktiven Strategie: Durch eine gezielte Einzeltitelauswahl wird nach Branchenführern gesucht, die einen klaren Wettbewerbsvorteil, eine solide Bilanz und ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial aufweisen. Da dieser Fonds weltweit investiert und somit ein breiteres Spektrum abdeckt, ist er in seiner Wertentwicklung tendenziell etwas volatiler als des Schweizer Fonds.

Generell gilt: Je länger und diversifizierter man investiert, desto höher sind die Renditeerwartungen und desto geringer ist das Risiko.

Clanq: Wir sparen oft für konkrete Träume wie das Studium oder die erste Wohnung unserer Kinder. Warum reicht ein Sparkonto dafür nicht aus?

 

Sascha Kever: Wer seine Ersparnisse lediglich auf einem Konto belässt, profitiert nur von sehr geringen Renditechancen, die oft nicht einmal ausreichen, um die Kaufkraft des Kapitals zu erhalten. Es ist daher wahrscheinlich, dass Gelder, die heute beispielsweise für die Ausbildung oder als Anzahlung auf eine erste kleine Wohnung beiseite gelegt werden, in 20 Jahren nicht mehr denselben Zweck erfüllen können. Investitionen ermöglichen es hingegen, an der Entwicklung der Wirtschaft und der Märkte teilzuhaben, und bieten nicht zuletzt einen wichtigen Schutz gegen die Erosion der Kaufkraft.

Clanq: Was sind die typischen Fehler oder Risiken, die Familien bei einer langfristigen Anlage vermeiden sollten?

 

Sascha Kever: Es lassen sich im Wesentlichen vier Hauptfaktoren identifizieren: Erstens ist eine breite Diversifikation entscheidend; man sollte nicht alles auf ein einziges Produkt setzen, insbesondere wenn dieses keine ausreichende Diversifikation aufweist. 

Zweitens sollte man sich nicht von Emotionen leiten lassen. Märkte können Phasen hoher Volatilität erleben – wie etwa in der jüngeren Vergangenheit während der Pandemie oder infolge geopolitischer Spannungen –, haben sich jedoch bisher immer wieder deutlich erholt. Ein Panikverkauf ist daher weder rational noch empfehlenswert.

Drittens gilt es, die Auswirkungen der Inflation sowie der anfallenden Kosten im Blick zu behalten, da diese langfristig einen Teil des Kapitals erodieren können.

Schliesslich sollte man stets nur im Rahmen der eigenen finanziellen Möglichkeiten investieren. So vermeidet man es, in finanziell schwierigen Phasen zu Verkäufen gezwungen zu sein, was den gesamten Anlageplan gefährden könnte.

 

Fazit: Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist jetzt

Wie Sascha Kever im Interview verdeutlicht hat, ist Zeit beim Investieren der wichtigste Faktor. Wer für seine Kinder vorsorgt, hat den Luxus eines langen Anlagehorizonts – und damit die Chance, Marktschwankungen gelassen auszusitzen und vom Zinseszins-Effekt in vollem Umfang zu profitieren.

Das klassische Sparbuch ist eine Ergänzung, aber für die grossen Träume von morgen – sei es das Studium, die erste Wohnung oder die finanzielle Unabhängigkeit – braucht es eine inflationssichere Lösung.

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